Adiabatische Kühlung bei Weidenhammer in Zwenkau

Für die Erweiterung des Kunststoffwerks bei Leipzig modernisierte Colt die Klima- und Lüftungstechnik. Neun kombinierte Tristar/CoolStream-Anlagen versorgen die Produktionshallen zonenweise mit gefilterter, adiabatisch gekühlter Zuluft.

Neun Klimazonen für die Kunststoffproduktion

Weidenhammer Plastic Packaging produziert in Zwenkau bei Leipzig Lebensmittelverpackungen im Spritzgussverfahren. Die Maschinen laufen im Drei-Schicht-Betrieb und bringen entsprechend hohe Wärmelasten in die Fertigungshallen ein. In der Vergangenheit wurden im Sommer Hallentemperaturen von bis zu 40 °C erreicht.

Die vier Produktionshallen wurden zuvor ausschließlich über vorhandene Lichtkuppeln entlüftet. Der damit erzielte Luftdurchsatz von rund 20.000 m³/h bei etwa 7.550 m³ Raumvolumen je Halle reichte für die Produktionsbedingungen nicht aus.

Mit der Erweiterung des Werks wurde deshalb auch das Klima- und Lüftungskonzept neu aufgebaut. Ziel war eine Raumtemperatur von höchstens 28 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 60 Prozent. Gleichzeitig mussten die thermischen Lasten einer installierten Maschinenleistung von insgesamt 3,5 MW berücksichtigt werden.

Colt teilte die Produktionsfläche in neun Zonen mit jeweils eigener Versorgung. Dafür wurden neun kombinierte Tristar/CoolStream-Einheiten auf den Hallendächern installiert.

Jede Tristar-Einheit fördert 24.000 m³/h. Daraus ergibt sich ein Gesamtluftdurchsatz von 216.000 m³/h. Die gesamte adiabatische Kühlleistung wird für das Projekt mit 1.311 kW angegeben.

Projekt: Modernisierung und Erweiterung Weidenhammer Plastic Packaging

Ort: Zwenkau bei Leipzig, Sachsen, Deutschland

Gebäudetyp: Produktionshallen für Kunststoffverpackungen

Anforderungsprofil: Modernisierung der Klima- und Lüftungsanlage, Abfuhr hoher Produktionswärmelasten, Verbesserung der Hallenbedingungen, Energieeffiziente Kühlung

Lösung: Mechanische Zuluft in Kombination mit adiabatischer Kühlung, Verdrängungslüftung und natürlicher Dachentlüftung

Produkt: Tristar, CoolStream, WCO, ICS4lin

Adiabatische Kühlung und Verdrängungslüftung arbeiten zusammen

Die neun Tristar-Zuluftgeräte sind jeweils mit einer CoolStream-Einheit gekoppelt. Die Außenluft wird angesaugt und über das befeuchtete Verdunstungsmedium geführt. Beim Verdunsten des Wassers wird der Luft Wärme entzogen, wodurch sich ihre Temperatur ohne klassischen Kältemittelprozess reduziert.

Die gekühlte und gefilterte Zuluft gelangt anschließend über diffundierende Quellauslässe in die Produktionsbereiche. Mit einer Austrittsgeschwindigkeit von etwa 0,2 m/s wird sie bodennah und mit geringer Turbulenz eingebracht. Die kühlere Frischluft breitet sich in den Aufenthalts- und Maschinenbereichen aus, während die durch die Produktion erwärmte Luft aufgrund des thermischen Auftriebs nach oben steigt.

Auf dem Hallendach führen zehn WCO-Mehrzwecklüfter die warme Abluft nach außen ab. Die Geräte wurden in bestehende Dachöffnungen eingesetzt, in denen zuvor Lichtkuppeln installiert waren. Auch die neun Tristar/CoolStream-Anlagen konnten vorhandene Öffnungen nutzen.

Über ICS4link werden Zuluftgeräte, adiabatische Kühlung und WCO-Dachlüfter mit der Gebäudeleittechnik koordiniert. Dadurch lässt sich die Anlage abhängig von den Anforderungen der neun Produktionszonen betreiben.

Dieses Zusammenspiel aus Zuluft, Verdunstungskühlung, Verdrängungsströmung und natürlicher Entlüftung bildet das zentrale Klimakonzept des Projekts.

Quellauslässe bringen Kühlluft direkt in die Produktionszone

Die gefilterte und adiabatisch gekühlte Luft wird nicht mit hoher Geschwindigkeit in die Hallen eingeblasen. Diffundierende Quellauslässe führen sie mit rund 0,2 m/s in die jeweiligen Produktionszonen.

Dort verdrängt die kühlere Luft die durch Maschinen und Prozesse erwärmte Hallenluft nach oben. Zehn WCO-Dachlüfter übernehmen anschließend die Entlüftung.

Durch die Aufteilung in neun Zonen kann die Luftversorgung gezielt an unterschiedliche Hallenbereiche angepasst werden.

Projektvergleich weist 655.500 kWh Einsparung pro Jahr aus

Ein wesentliches Ziel der Modernisierung war neben verbesserten Hallentemperaturen ein geringerer Energiebedarf für die Kühlung.

Für die Anlage nennt die Projektbeschreibung bei einer Kühllast von 498 W/m² eine berechnete jährliche Energieeinsparung von 655.500 kWh. Bezugsgröße dieser Rechnung ist eine konventionelle maschinelle Be- und Entlüftungsanlage mit Kaltwassersatz.

Auf Basis des in der Projektbeschreibung verwendeten Strommixes wurde daraus außerdem eine rechnerische CO₂-Einsparung von rund 332 Tonnen pro Jahr abgeleitet. Beide Werte beziehen sich auf die damaligen Annahmen und Randbedingungen des Projekts und sind deshalb nicht ohne Weiteres auf andere Produktionshallen übertragbar.

Zur energetischen Wirkung trägt auch die zonenweise Anlagenstruktur bei. Nicht jede Hallenzone muss unabhängig vom tatsächlichen Bedarf identisch betrieben werden. Über ICS4link lassen sich die einzelnen Komponenten mit dem Gebäudeleitsystem koordinieren.

Die Anlage verbindet damit drei zentrale Anforderungen der Kunststoffproduktion: die Abfuhr hoher interner Wärmelasten, eine kontrollierte Frischluftversorgung im Arbeitsbereich und eine Kühlung ohne klassischen Kaltwassersatz als primäres Spitzenlastsystem.

Industriehallen mit Colt kühlen und lüften

Colt entwickelt Lüftungs- und Kühlsysteme für Produktionshallen mit hohen internen Wärmelasten. Zuluft, adiabatische Kühlung, Luftverteilung, Dachentlüftung und Steuerung werden auf Produktionsprozesse und Hallengeometrie abgestimmt.

FAQ

Welche Klima- und Lüftungslösung wurde bei Weidenhammer installiert?

Colt installierte neun kombinierte Tristar/CoolStream-Anlagen für mechanische Zuluft und adiabatische Kühlung. Ergänzt werden sie durch diffundierende Quellauslässe und zehn WCO-Mehrzwecklüfter auf dem Hallendach. ICS4link koordiniert die Komponenten mit dem Gebäudeleitsystem.

Wie hoch ist der Luftdurchsatz der Anlage?

Jedes der neun Tristar-Zuluftgeräte erreicht laut Projektbeschreibung 24.000 m³/h. Daraus ergibt sich ein Gesamtluftdurchsatz von 216.000 m³/h. Die Produktionsfläche wurde dafür in neun separat versorgte Zonen unterteilt.

Wie funktioniert die adiabatische Kühlung bei Weidenhammer?

Außenluft wird über CoolStream durch ein befeuchtetes Verdunstungsmedium geführt. Beim Verdunsten des Wassers wird der Luft Wärme entzogen und ihre Temperatur sinkt. Anschließend wird die gekühlte Luft über die Tristar-Einheiten und Quellauslässe in die Produktionsbereiche transportiert.

Warum werden diffundierende Quellauslässe eingesetzt?

Die Quellauslässe führen die gekühlte Frischluft mit einer geringen Geschwindigkeit von etwa 0,2 m/s in die Arbeitsbereiche. Die kühlere Luft breitet sich bodennah aus, während wärmere, belastete Luft durch den thermischen Auftrieb nach oben steigt und über die Dachlüfter abgeführt wird.

Welche Energieeinsparung wurde für das Projekt berechnet?

Die Projektbeschreibung nennt gegenüber einer konventionellen maschinellen Be- und Entlüftungsanlage mit Kaltwassersatz eine jährliche Energieeinsparung von 655.500 kWh. Daraus wurden unter den damals zugrunde gelegten Strommixbedingungen rund 332 Tonnen weniger CO₂ pro Jahr berechnet. Diese Werte sind projektspezifisch und nicht direkt auf andere Anlagen übertragbar.

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