Aluminiumlamellen am Landeshauptarchiv Potsdam

Vor der Glasfassade des Lesesaals installierte Colt 192 bewegliche Shadometal-Aluminiumlamellen. Das System verbindet steuerbaren Sonnen- und Blendschutz mit Tageslichtdurchlass und einem über vier Geschosse sichtbaren ARCHIV-Schriftzug.

Sonnenschutz für den Lesesaal des Landeshauptarchivs

Das Brandenburgische Landeshauptarchiv bezog im März 2016 sein neues Gebäude im Potsdamer Ortsteil Golm. Dafür wurde ein ehemaliges Fabrikationsgebäude zwischen Dezember 2013 und August 2015 zu einem modernen Archivstandort umgebaut. Vor der großflächigen Verglasung des Lesesaals war ein außenliegender Sonnenschutz erforderlich, der direkte Einstrahlung und Blendung reduziert.

Gleichzeitig sollte ausreichend Tageslicht in den Innenraum gelangen. Für die Nutzung des Lesesaals war außerdem ein dauerhafter Sichtbezug nach außen vorgesehen. Die Fassadenlösung musste deshalb Verschattung und Lichtdurchlass miteinander verbinden, ohne die Glasfassade vollständig zu schließen.

Colt setzte diese Anforderungen mit einem beweglichen Shadometal-System aus vertikalen Aluminiumlamellen um. Die perforierten Elemente reflektieren und absorbieren einen Teil der auftreffenden Sonnenstrahlung. Der Lochanteil von 30 Prozent erhält zugleich eine hohe Lichttransmission.

Eine weitere Aufgabe war die architektonische Kennzeichnung des Gebäudes. Auf die Lamellen wurde der Schriftzug „ARCHIV“ aufgebracht. Er ist vollständig lesbar, wenn sich die Elemente in der geschlossenen Position befinden. Damit übernimmt die Sonnenschutzanlage neben der Regulierung von Licht und Wärmeeintrag auch eine gestalterische und orientierende Funktion an der Gebäudehülle. (Colt)

Projekt: Brandenburgisches Landeshauptarchiv

Ort: Potsdam-Golm, Brandenburg, Deutschland

Gebäudetyp: Umgenutztes Fabrikationsgebäude mit Archiv, Lesesaal und Verwaltungsbereichen

Anforderungsprofil: Außenliegender Sonnenschutz vor einer Glasfassade sowie steuerbarer Sonnen- und Blendschutz

Lösung: Bewegliche vertikale Aluminiumlamellen mit Vollperforation, Digitaldruck und automatischer Steuerung

Produkt: Shadometal

192 perforierte Lamellen über vier Geschosse

Die Sonnenschutzanlage erstreckt sich über eine Systemlänge von 25 Metern und beschattet rund 300 Quadratmeter Fassadenfläche. Insgesamt wurden 192 vertikale Lamellen über vier Geschosse installiert. Jedes Element ist 500 Millimeter breit und 2.800 Millimeter hoch.

Die Lamellen bestehen aus perforiertem Aluminiumblech. Ihre Längsseiten wurden winkelförmig gekantet, um die großformatigen Elemente konstruktiv auszusteifen. Die Dekorlochung ist in einer Buchrückenoptik ausgeführt und nimmt damit Bezug auf die Nutzung des Gebäudes als Archiv.

Mit einem Lochanteil von 30 Prozent verbinden die Aluminiumlamellen Abschirmung und Lichtdurchlass. Die perforierten Flächen reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung vor der Glasfassade. Gleichzeitig bleibt auch in einer stärker geschlossenen Stellung ein Teil des Tageslichteinfalls erhalten.

Die Lamellen sind zwischen horizontal verlaufenden Lisenenprofilen angeordnet. Ihre Lagerung erfolgt in Kunststoffbuchsen nach dem Los- und Festlagerprinzip. Dadurch kann sich das Aluminium bei Temperaturveränderungen in Längsrichtung ausdehnen, ohne unzulässige Spannungen in der Konstruktion zu erzeugen.

Bolzen, Schrauben und Unterlegscheiben wurden aus Edelstahl gefertigt. Die Materialwahl berücksichtigt die dauerhafte Beanspruchung des außenliegenden Systems durch Witterung und wiederkehrende Bewegungszyklen. (Colt)

Geschlossene Lamellen bilden das Wort ARCHIV

Der Schriftzug „ARCHIV“ wurde im Digitaldruckverfahren auf die perforierten Aluminiumflächen aufgebracht. Verwendet wurde der RAL-Farbton K5 Classic 3026 Reinrot.

Das Motiv verteilt sich über mehrere einzelne Lamellen. Erst wenn die Elemente in der vorgesehenen geschlossenen Stellung stehen, setzt sich der Druck zu einem zusammenhängenden Schriftbild zusammen.

Öffnen sich die Lamellen, löst sich das Wort optisch auf und der Tageslichteintrag durch die Glasfassade nimmt zu. Die Stellung des Sonnenschutzes verändert damit gleichzeitig die klimatische Funktion und die äußere Wahrnehmung des Gebäudes.

SolTronic III steuert Lamellenstellung und Antriebe

Die Shadometal-Lamellen können innerhalb eines Drehbereichs von bis zu 90 Grad positioniert werden. Ein Schubstangensystem überträgt die Bewegung auf die miteinander verbundenen Elemente. Für den Antrieb installierte Colt insgesamt 20 Edelstahl-Linear-Hubspindelantriebe.

Die Antriebe bewegen die Lamellengruppen mit gleichmäßiger Geschwindigkeit. Dadurch lassen sich die Elemente auch bei unterschiedlichen auftretenden Lasten kontrolliert ausrichten. Je nach Stellung verändert sich das Verhältnis aus Verschattung, Tageslichteintrag und Durchsicht.

Die zentrale Regelung übernimmt eine Colt-SolTronic-III-Steuerung. Sie ermöglicht die automatische Positionierung der Sonnenschutzanlage nach den festgelegten Betriebsparametern. In Verbindung mit Wettersensoren können definierte Stellungen für regulären Sonnenschutz und den Schutz der Anlage vorgesehen werden.

Die perforierten Aluminiumlamellen unterstützen zusätzlich den visuellen Komfort im Lesesaal. Sie reduzieren direkte Einstrahlung und können Blendung begrenzen, ohne den Raum vollständig vom Außenbereich abzuschirmen. Gleichzeitig werden Sekundärreflexionen in den Innenraum reduziert.

Das Projekt verbindet damit die mechanische Funktion eines beweglichen Sonnenschutzes mit der grafischen Gestaltung der Fassade. Konstruktion, Lochbild, Digitaldruck, Antriebe und Steuerung wurden als zusammenhängendes System ausgeführt. Die Nutzung des Gebäudes wird sowohl durch angepasste Lichtbedingungen als auch durch die weithin sichtbare Kennzeichnung als Archiv unterstützt. (Colt)

Perforation verbindet Verschattung und Lichtdurchlass

Die Lochung der Shadometal-Lamellen reduziert die Geschlossenheit der Metallflächen. Auch bei weitgehend geschlossener Sonnenschutzfassade kann weiterhin Tageslicht durch die Elemente und die dahinterliegende Verglasung in den Lesesaal gelangen.

Gleichzeitig reflektiert und absorbiert das Aluminium einen Teil der auftreffenden Sonnenstrahlung. Dadurch werden direkte Einstrahlung und störende Helligkeitskontraste begrenzt.

Der Lochanteil von 30 Prozent wurde damit zu einem wesentlichen Bestandteil des Licht- und Sonnenschutzkonzepts. Er verbindet die erforderliche Verschattung mit dem Wunsch nach einer hellen und visuell offenen Arbeitsumgebung.

FAQ

Welche Sonnenschutzanlage wurde am Landeshauptarchiv installiert?

Colt installierte vor der Glasfassade des Lesesaals ein bewegliches Shadometal-System. Es besteht aus 192 vertikalen Aluminiumlamellen mit einer Breite von 500 Millimetern und einer Höhe von 2.800 Millimetern. Die Anlage erstreckt sich über vier Geschosse, eine Systemlänge von 25 Metern und eine beschattete Fläche von rund 300 Quadratmetern.

Warum wurden perforierte Aluminiumlamellen verwendet?

Die Vollperforation reduziert die direkte Sonneneinstrahlung und erhält gleichzeitig einen Teil des Tageslichteintrags. Der Lochanteil beträgt 30 Prozent. Dadurch bleiben die Metallflächen lichtdurchlässiger als geschlossene Lamellen. Das unterstützt helle Bedingungen im Lesesaal und begrenzt zugleich Blendung und solare Wärmeeinträge vor der Glasfassade.

Wie weit lassen sich die Lamellen drehen?

Die vertikalen Lamellen können innerhalb eines Bereichs von maximal 90 Grad ausgerichtet werden. Die Bewegung erfolgt über ein Schubstangensystem und 20 Edelstahl-Linear-Hubspindelantriebe. Je nach Stellung kann die Anlage stärker verschatten oder einen höheren Tageslichteintrag und eine bessere Durchsicht ermöglichen.

Wie wird die Sonnenschutzanlage gesteuert?

Die Steuerung erfolgt zentral über Colt SolTronic III. Das System kontrolliert die 20 Antriebe und positioniert die Lamellen entsprechend den hinterlegten Betriebsparametern. In Verbindung mit Wettersensoren können automatische Stellungen für den Sonnenschutz und den Schutz der beweglichen Anlage definiert werden.

Wie wird die Wärmeausdehnung der Lamellen berücksichtigt?

Die Aluminiumlamellen lagern in Kunststoffbuchsen nach dem Los- und Festlagerprinzip zwischen horizontalen Lisenenprofilen. Diese konstruktive Anordnung ermöglicht die temperaturbedingte Längenausdehnung der Elemente. Dadurch werden Spannungen reduziert, ohne dass die Beweglichkeit oder die Ausrichtung der Lamellen beeinträchtigt wird.

Bilder: Allard van der Hoek

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