Metalllamellen an der Grundschule Neubiberg

An der Grundschule Neubiberg regulieren farbige Shadometal-Lamellen den Tageslichteinfall und die Verschattung der Unterrichtsräume. Starre und motorisch verstellbare Elemente erhalten die Sicht nach außen und binden zugleich einen begehbaren Fluchtweg in die Fassadenkonstruktion ein.

Tageslicht und Sonnenschutz für die Unterrichtsräume

Für die Grundschule Neubiberg wurde eine Fassadenlösung benötigt, die direkte Sonneneinstrahlung begrenzt und gleichzeitig die Transparenz der Unterrichtsräume erhält. Die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sollten weiterhin aus den Klassenräumen in die angrenzende Hachinger Bach-Aue blicken können. Ein vollständig geschlossener Sonnenschutz kam deshalb nicht infrage.

Colt realisierte eine vorgehängte Fassadenebene aus vertikalen Shadometal-Metalllamellen. Die Elemente verteilen Licht und Schatten abhängig von Fassadenausrichtung, Sonnenstand und Raumnutzung. Ihre Streckmetallfüllung wirkt aus kurzer Entfernung transparent, reduziert jedoch den Einfall der hoch stehenden Sommersonne.

Die Lamellen sind an außen liegenden Balkonen montiert. Zwischen der eigentlichen Gebäudegrenze und der Sonnenschutzfassade verläuft ein begehbarer Gang. Dieser Abstand unterstützt die leichte und transparente Erscheinung des Schulgebäudes. Gleichzeitig erfüllt der Gang eine konkrete Sicherheitsfunktion, da er als Fluchtweg genutzt wird.

Die Sonnenschutzkonstruktion übernimmt somit mehrere Aufgaben innerhalb einer gemeinsamen Fassadenebene: Sie begrenzt solare Wärmeeinträge, unterstützt blendärmere Lichtverhältnisse, erhält den Außenbezug und integriert die vorgelagerten Fluchtwege in das architektonische Gesamtbild.

Projekt: Grundschule Neubiberg

Ort: Neubiberg, Deutschland

Gebäudetyp: Grundschule

Anforderung: Transparenz von innen nach außen bei gleichzeitigem Sonnenschutz

Lösung: Starre und motorisch verstellbare vertikale Großlamellen vor der Fassade

Produkt: Shadometal-Metalllamellen

22 Steuergruppen folgen Sonnenstand und Raumnutzung

Die Ausführung der Lamellen unterscheidet sich abhängig von der Himmelsrichtung. An der Nordfassade wurden die Elemente starr montiert. Dort verändert sich die direkte solare Belastung wesentlich weniger als an den übrigen Gebäudeseiten. An der Süd-, Ost- und Westfassade sind die Großlamellen dagegen beweglich und werden abhängig vom Sonnenstand verstellt.

Für die Auslegung ermittelte Colt die Sonnenumlaufbahnen am Standort und berechnete die jeweiligen Projektionswinkel auf die Fassadenflächen. Zusätzlich wurden die zu erwartenden Wärmelasten betrachtet. Auf dieser Grundlage erfolgte die Unterteilung der beweglichen Lamellen in 22 Steuergruppen.

Die einzelnen Steuerabschnitte orientieren sich an den unterschiedlichen Nutzungsbereichen der Schule. Dadurch muss eine Fassade nicht vollständig in derselben Stellung betrieben werden. Bereiche mit direkter Einstrahlung können stärker verschattet werden, während andere Räume für einen höheren Tageslichteinfall geöffnet bleiben.

Ergänzend zur sonnenstandsabhängigen Steuerung lässt sich die Lamellenposition in den einzelnen Räumen anpassen. Lehrkräfte und Kinder können den Sonnenschutz damit an die aktuelle Nutzung anpassen, beispielsweise bei Bildschirmarbeit, Unterricht am Fenster oder wechselnden Lichtverhältnissen. Automatische Nachführung und individuelle Bedienung ergänzen sich innerhalb desselben Systems.

Streckmetall wirkt wie viele kleine Lamellen

Alle Fassadenelemente sind mit demselben Streckmetall aus Aluminium 99,5 bespannt. Die definierte Maschung beträgt 44 × 8,4 × 3 × 2 mm. Die freien Öffnungen sind etwa 25 mm lang und rund 3,5 mm breit.

Beim Strecken des Metalls entstehen geneigte Stege und kleine Hauben. Sie wirken wie zahlreiche kleinteilige Sonnenschutzlamellen: Die hoch stehende Sommersonne wird abgeschirmt, während die Füllung aus schrägen Blickwinkeln transparent bleibt. Dadurch bleibt der Ausblick aus den Klassenräumen in die Landschaft erhalten.

Projektspezifische Aluminiumrahmen für die farbige Fassade

Jedes Lamellenelement besitzt einen Rahmen aus Aluminium-Profilrohren mit einem Querschnitt von 50 × 30 mm. Ein äußerer Überstand von 3 mm fasst die eingeschobene Streckmetallfüllung optisch ein. Die vier Rahmenteile wurden auf Gehrung gesägt und speziell für dieses Projekt gefertigt.

Innen liegende L-Verbinder fügen die Profile zusammen. Oberflächenbündig eingesetzte Senkschrauben verbinden die Rahmenteile, ohne die klaren Außenflächen sichtbar zu unterbrechen. Rahmen und Streckmetallfüllungen wurden separat pulverbeschichtet und anschließend mit selbstschneidenden Edelstahl-Senkschrauben zusammengebaut.

Die getrennte Oberflächenbehandlung ermöglichte die charakteristische farbliche Gestaltung der Fassade. Rote, orangefarbene und gelbe Elemente gliedern den lang gestreckten Baukörper und machen den Sonnenschutz zu einem prägenden Bestandteil der Schularchitektur. Je nach Lamellenstellung verändert sich diese Wirkung: Geschlossene Bereiche erscheinen als zusammenhängende Farbflächen, während geöffnete Lamellen den Blick auf die dahinterliegende Verglasung und den Fluchtwegbalkon freigeben.

Die vertikale Anordnung bietet zudem Vorteile bei Wind. Nach den Projektdaten bleiben die Lamellen auch bei stärkerer Windbelastung nutzbar. Damit kann der Sonnenschutz verfügbar bleiben, wenn horizontal ausgerichtete Systeme abhängig von ihrer Konstruktion möglicherweise in eine Schutzstellung gefahren werden müssten.

Der Fassadenzwischenraum bleibt begehbar

Die Lamellen befinden sich nicht unmittelbar vor den Fenstern, sondern an der Außenseite vorgelagerter Balkone. Zwischen Verglasung und Sonnenschutz entsteht dadurch ein durchgehender, begehbarer Gang.

Dieser Zwischenraum ermöglicht den Zugang zur Fassade und unterstützt gleichzeitig das Fluchtwegkonzept der Schule. Die Metalllamellen bilden die äußere Begrenzung, ohne den Gang optisch vollständig zu schließen. Tageslicht, Sichtverbindung und Sicherheitsfunktion werden so innerhalb derselben Fassadenkonstruktion miteinander verbunden.

Vertikale Lamellen bleiben auch bei Wind nutzbar

Die senkrechte Ausrichtung reduziert die windabhängigen Einschränkungen des Sonnenschutzbetriebs. Die Fassadenelemente können daher auch bei stärkeren Luftbewegungen ihre Aufgabe erfüllen und müssen nicht grundsätzlich in eine vollständig geöffnete Schutzstellung gefahren werden.

Für den Schulbetrieb bedeutet dies eine verlässlichere Verschattung bei wechselnden Wetterbedingungen. Die Kombination aus stabilen Aluminiumrahmen, Streckmetallfüllung und projektspezifischer Befestigung ist auf die großformatigen, beweglichen Elemente der Fassade abgestimmt.

FAQ

Wie funktioniert der Sonnenschutz an der Grundschule Neubiberg?

Die Fassade besteht aus vertikalen Shadometal-Großlamellen mit einer Füllung aus Aluminium-Streckmetall. An der Nordseite sind die Elemente starr, an Süd-, Ost- und Westfassade motorisch beweglich ausgeführt. Die 22 Steuergruppen werden abhängig von Sonnenstand, Fassadenausrichtung und Nutzung verstellt. Zusätzlich kann die Stellung in den einzelnen Räumen angepasst werden. Die Streckmetallfüllung begrenzt direkte Sonneneinstrahlung, bleibt aus bestimmten Blickwinkeln jedoch transparent.

Warum wurden starre und bewegliche Lamellen kombiniert?

Die solare Belastung unterscheidet sich je nach Himmelsrichtung. An der Nordfassade ist keine kontinuierliche Nachführung an direkte Sonneneinstrahlung erforderlich, weshalb dort starre Elemente eingesetzt wurden. Süd-, Ost- und Westfassade erhalten dagegen im Tagesverlauf unterschiedliche direkte Einstrahlungen. Die beweglichen Lamellen können diesen Veränderungen folgen und die Verschattung gezielt anpassen. Dadurch wird nur dort und so stark verschattet, wie es die jeweiligen Bedingungen erfordern.

Bleibt der Blick aus den Klassenräumen erhalten?

Die Streckmetallfüllung besitzt zahlreiche schmale Öffnungen und wirkt deshalb aus der Nähe in beide Blickrichtungen transparent. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte können weiterhin aus den Räumen in die Hachinger Bach-Aue sehen. Gleichzeitig begrenzen die geneigten Stege des Streckmetalls den Einfall der hoch stehenden Sommersonne. Sichtverbindung und Sonnenschutz werden damit nicht als Gegensätze behandelt, sondern durch die Geometrie der Metallfüllung miteinander verbunden.

Warum eignen sich vertikale Lamellen für windbelastete Fassaden?

Vertikale Lamellen reagieren konstruktiv anders auf Wind als großflächige horizontale Sonnenschutzelemente. Nach den Projektangaben bleiben die in Neubiberg eingesetzten Elemente auch bei starkem Wind nutzbar. Dadurch steht die Verschattung bei wechselnden Wetterbedingungen länger zur Verfügung. Die konkrete Windbeständigkeit hängt jedoch stets von Lamellenabmessungen, Befestigung, Unterkonstruktion, Antrieb und projektspezifischer statischer Auslegung ab.

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