Rauchschürzen im Oeconomicum Düsseldorf

Für das offen gestaltete Oeconomicum der Heinrich-Heine-Universität installierte Colt rund 220 Meter automatische SmokeMaster-SM-5-Rauchschürzen. Sie begrenzen im Brandfall die Rauchausbreitung an den offenen Rundgängen und werden geschossabhängig angesteuert.

Offene Rundgänge erfordern gezielte Rauchführung

Das Oeconomicum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zeichnet sich durch eine transparente und offene Gebäudestruktur aus. Der von ingenhoven architects geplante dreigeschossige Bau umfasst rund 4.700 Quadratmeter Grundfläche und folgt in geschwungener Form dem Ufer des Universitätssees.

Offene Bürobereiche, eine frei geführte Treppe und innenliegende Rundgänge verbinden die unterschiedlichen Nutzungsbereiche. Diese architektonische Offenheit stellte gleichzeitig besondere Anforderungen an den Brandschutz: Rauch kann sich in zusammenhängenden Bereichen ohne bauliche Trennung leichter ausbreiten.

Colt entwickelte deshalb gemeinsam mit DS-Plan ein Konzept mit automatisch abrollenden SmokeMaster-SM-5-Rauchschürzen. Sie sind entlang der offenen Rundgänge angeordnet und werden im Normalbetrieb innerhalb der Deckenkonstruktion zurückgehalten.

Im Brandfall fahren die Rauchschürzen in eine definierte Sicherheitsposition. Dadurch entstehen Barrieren, die die seitliche Ausbreitung der Rauchschicht begrenzen und die vorgesehene Rauchführung innerhalb des Gebäudes unterstützen.

Die Anlage musste dabei nicht nur brandschutztechnisch funktionieren, sondern sich auch in die geschwungene und transparente Architektur des Oeconomicums integrieren. Im Ruhezustand treten die Systeme deshalb optisch weitgehend zurück.

Projekt: Oeconomicum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Ort: Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Gebäudetyp: Universitäts- und Forschungsgebäude

Anforderungsprofil: Brandschutz, Begrenzung und Kanalisierung von Rauch- und Brandgasen, Integration in die offene Gebäudearchitektur

Lösung: Automatisch abrollende Rauchschürzen an den offenen Rundgängen

Produkt: SmokeMaster SM-5

Brandfallmatrix steuert beide Rauchschürzenanlagen getrennt

Die SmokeMaster-Anlagen im ersten und zweiten Obergeschoss können unabhängig voneinander angesteuert werden. Grundlage dafür ist eine von den zuständigen Brandschutzfachleuten entwickelte Brandfallmatrix.

Wird ein Brand im Erdgeschoss erkannt, fahren nach den Projektangaben beide Rauchschürzenanlagen in ihre Sicherheitsposition. Bei einem Brand im ersten Obergeschoss wird dagegen nur die Anlage des darüberliegenden Geschosses aktiviert. Damit reagiert das System abhängig vom erkannten Brandbereich.

Nach der Auslösung über die Brandmeldeanlage rollen die Schürzen mit einer Geschwindigkeit von 15 Zentimetern pro Sekunde ab. Die textilen Rauchschürzen werden im Ruhezustand auf Stahlrohren innerhalb von Stahlblechgehäusen aufgewickelt. Gefederte Aluminium-Abschlussleisten bilden den unteren Abschluss.

Eine wesentliche Sicherheitsfunktion ist das Gravity-Fail-Safe-Prinzip. Bei einem Ausfall der elektrischen Energieversorgung können die Rauchschürzen durch Schwerkraft in ihre vorgesehene Sicherheitsposition fahren. Damit bleibt die wesentliche Abrollfunktion auch bei Stromverlust erhalten.

Die Anlage unterstützt so das übergeordnete Brandschutzkonzept des offenen Gebäudes, ohne im täglichen Betrieb die Transparenz und Sichtbeziehungen zwischen den Geschossen dauerhaft zu unterbrechen.

SmokeMaster folgt der geschwungenen Architektur

Im Oeconomicum wurden rund 220 Meter SmokeMaster-SM-5-Rauchschürzen installiert – jeweils etwa 110 Meter im ersten und zweiten Obergeschoss.

Die Anlage folgt den offenen Rundgängen des gebogenen Baukörpers. Im Normalbetrieb bleiben die Rauchschürzen weitgehend verborgen.

Erst bei einer entsprechenden Brandmeldung rollen sie ab und begrenzen die seitliche Ausbreitung der Rauchschicht entlang der offenen Geschossbereiche.

Automatische Rauchschürzen mit Colt planen

Colt entwickelt Rauchschürzensysteme für Atrien, offene Geschossverbindungen und komplexe Gebäudegeometrien. Verlauf, Abrollhöhe, Steuerung und Brandfallfunktionen werden auf Architektur und Brandschutzkonzept abgestimmt.

FAQ

Warum wurden im Oeconomicum automatische Rauchschürzen eingesetzt?

Das Gebäude besitzt offene Rundgänge, transparente Raumstrukturen und geschossübergreifende Verbindungen. Bei einem Brand könnte sich Rauch deshalb über größere Bereiche ausbreiten. Die automatischen Rauchschürzen begrenzen diese seitliche Ausbreitung und unterstützen die im Brandschutzkonzept vorgesehene Rauchführung.

Wie viele Rauchschürzen wurden im Oeconomicum installiert?

Colt installierte insgesamt rund 220 laufende Meter SmokeMaster-SM-5-Rauchschürzen. Etwa 110 Meter befinden sich im ersten Obergeschoss, weitere 110 Meter im zweiten Obergeschoss. Die Anlagen folgen dabei der gebogenen Geometrie der offenen Rundgänge.

Wie schnell fahren die Rauchschürzen im Brandfall herunter?

Nach der Auslösung über die Brandmeldeanlage bewegen sich die Schürzen laut Projektbeschreibung mit 15 Zentimetern pro Sekunde in ihre definierte Sicherheitsposition. Welche Anlage aktiviert wird, hängt vom erkannten Brandbereich und der hinterlegten Brandfallmatrix ab.

Was bedeutet Gravity Fail Safe bei Rauchschürzen?

Gravity Fail Safe bedeutet, dass die Rauchschürze ihre Sicherheitsposition mithilfe der Schwerkraft erreichen kann, wenn die elektrische Energieversorgung ausfällt. Damit bleibt die entscheidende Abrollbewegung nicht ausschließlich von einem funktionierenden elektrischen Antrieb abhängig.

Können die Rauchschürzen verschiedener Etagen getrennt angesteuert werden?

Ja. Die Anlagen des ersten und zweiten Obergeschosses lassen sich getrennt ansteuern. Laut Projektbeschreibung fahren bei einem Brand im Erdgeschoss beide Anlagen ab. Bei einem Brand im ersten Obergeschoss wird nur die Rauchschürze im darüberliegenden Geschoss aktiviert. Die genaue Logik folgt der projektspezifischen Brandfallmatrix.

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