Rauchschürzen im Pandion Vista Köln

Im offenen Atrium des Kranhauses Pandion Vista sichern automatische SmokeMaster-SM-5-Rauchschürzen die Laubengänge der oberen Wohngeschosse. Im Brandfall trennen sie die Fluchtwege vom Atrium und begrenzen die Ausbreitung von Rauch und Brandgasen.

Rauchschutz für offene Laubengänge im Kranhaus

Das Pandion Vista gehört zu den drei Kranhäusern im Kölner Rheinauhafen. Der 18-geschossige Wohnbau besitzt die charakteristische Form eines umgekehrten L und umfasst 133 Wohnungen. Entworfen wurde das Gebäude von Hadi Teherani und BRT Architekten.

In den Geschossen 13 bis 17 umschließen die Wohnungen ein nach oben offenes Atrium. Erschlossen werden sie über innenliegende Balkone beziehungsweise Laubengänge, die zum Atrium hin geöffnet sind. Diese etwa 1,5 Meter breiten Wege bilden zugleich die einzigen Fluchtwege aus den Wohnungen der oberen Gebäudespange.

Im Brandfall könnte das offene Atrium aufgrund seiner vertikalen Geometrie wie ein Kamin wirken. Aufsteigender Rauch und heiße Brandgase könnten sich entlang der offenen Balkone verteilen und die Fluchtwege beeinträchtigen.

Gemeinsam mit den Planern und dem Brandschutzsachverständigen wurde deshalb eine automatische Abtrennung zwischen Atrium und Laubengängen vorgesehen. Colt installierte hierfür Rauchschürzensysteme des Typs SmokeMaster SM-5.

Im normalen Gebäudebetrieb bleiben die Schürzen in ihren Gehäusen aufgewickelt. Nach einer Auslösung fahren sie selbstständig in die vorgesehene Arbeitsposition und bilden eine durchgehende Barriere gegen die Rauchausbreitung.

Projekt: Wohngebäude Pandion Vista

Ort: Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Gebäudetyp: 18-geschossiges Wohnhochhaus mit offenem Atrium

Anforderungsprofil: Begrenzung und Kanalisierung von Rauch und Brandgasen sowie Schutz der Laubengänge als Fluchtwege

Lösung: Automatisch abrollende Rauchschürzen zwischen Atrium und Laubengängen

Produkt: Smokemaster SM5

Gravity-Fail-Safe-Funktion sichert das Abrollen

Die SmokeMaster-Rauchschürzen werden über die Brandmeldeanlage ausgelöst. Nach dem Signal rollen sie sich mit einer Geschwindigkeit von 15 Zentimetern pro Sekunde aus ihren Gehäusen ab. Die Bewegung in die Arbeitsposition erfolgt durch Schwerkraft.

Dieses Prinzip wird als Gravity-Fail-Safe-Funktion bezeichnet. Da die Schürzen für das Abrollen keine elektrische Antriebsenergie benötigen, fahren sie auch bei einem Ausfall der Stromversorgung herunter. Die sicherheitsgerichtete Funktion ist damit nicht von einer dauerhaft verfügbaren elektrischen Energieversorgung abhängig.

Die Abrolltiefe beträgt 1,41 Meter. In ihrer Arbeitsposition bilden die Schürzen eine Barriere im oberen Bereich zwischen Atrium und Laubengängen. Sie begrenzen die Ausbreitung der Rauchschicht und unterstützen den Erhalt der darunterliegenden Fluchtwegebereiche.

Im Ruhezustand ist das Gewebe auf Stahlrohren mit einem Durchmesser von 70 Millimetern aufgewickelt. Die Wellen liegen in Gehäusen aus verzinktem Stahlblech, die in die Gebäudekonstruktion integriert wurden.

Die automatische Ausführung ermöglicht es, die offenen Blickbeziehungen und die architektonische Wirkung des Atriums im Alltag zu erhalten. Erst bei einer Auslösung werden die Rauchschutzbarrieren sichtbar und übernehmen ihre Funktion.

Konkrete Angaben zur Anzahl der Einzelanlagen, zu Steuerzentralen oder zur Gesamtlänge der Schürzen liegen in der Projektbeschreibung nicht vor.

Rauchschürzen trennen Balkone vom offenen Luftraum

Die Wohnungen der oberen Geschosse werden über zum Atrium geöffnete Laubengänge erschlossen. Diese Balkone sind zugleich die vorgesehenen Fluchtwege aus den Wohneinheiten.

Bei einem Brand fahren die Rauchschürzen zwischen den Verkehrsflächen und dem offenen Atrium herunter. Dadurch wird die Rauchschicht im oberen Bereich begrenzt und von den Laubengängen getrennt.

Die 1,41 Meter tiefen Schürzen schließen die Öffnungen nicht bis zum Boden. Sie wirken als Rauchbarriere unterhalb der Decke und unterstützen die Kanalisierung der aufsteigenden Rauch- und Brandgase.

Beschichtetes Glasfasergewebe erfüllt D120

Das Tuch der SmokeMaster-Rauchschürzen besteht laut Projektbeschreibung aus silbergrauem Glasfasergewebe in Satinbindung. Eine wärmereflektierende Beschichtung aus fein gemahlenem Aluminiumpolymer ergänzt den textilen Aufbau.

Für das eingesetzte Material wird die Temperatur-Zeit-Klassifizierung D120 angegeben. Die Rauchschürzen widerstehen damit nach den Projektangaben über einen Zeitraum von 120 Minuten einer Temperatur von 600 Grad Celsius, ohne selbst in Brand zu geraten.

Die Materialeigenschaften sind entscheidend, weil die Schürzen im Brandfall nicht nur Rauchströmungen beeinflussen, sondern über einen definierten Zeitraum unter thermischer Beanspruchung funktionsfähig bleiben müssen. Das Gewebe muss sich zugleich kompakt aufwickeln lassen und beim Abrollen eine durchgehende Barriere bilden.

Die versenkbare Konstruktion verbindet diese Anforderungen mit der Architektur des Wohngebäudes. Im normalen Zustand sind lediglich die Gehäuse beziehungsweise deren Einbindung in die Deckenkonstruktion sichtbar. Die offenen Atriumflächen und die Erschließungsbalkone bleiben frei.

Bei einer Alarmierung entfalten sich die Rauchschürzen selbstständig. Die Schwerkraftfunktion, das temperaturbeständige Gewebe und die definierte Abrolltiefe bilden gemeinsam das Rauchschutzkonzept für die oberen Geschosse.

Das Projekt zeigt, wie automatische Rauchschürzen in offen gestalteten Wohngebäuden eingesetzt werden können. Sie ermöglichen im regulären Betrieb zusammenhängende Räume und Blickbeziehungen, schaffen im Brandfall jedoch die vorgesehenen Rauchabschnitte.

Im Normalbetrieb bleiben die Rauchschürzen aufgerollt

Außerhalb eines Brandfalls lagert das Glasfasergewebe aufgewickelt auf Stahlrohren mit 70 Millimetern Durchmesser. Die Wellen befinden sich in Gehäusen aus verzinktem Stahlblech.

Diese Bauweise hält die Laubengänge und den offenen Atriumraum im täglichen Betrieb frei. Starre, dauerhaft sichtbare Rauchbarrieren waren nicht erforderlich.

Erst nach einer Auslösung rollen die Schürzen mit 15 Zentimetern pro Sekunde ab. Die Brandschutzfunktion wird dadurch nur im Ereignisfall aktiviert, während die architektonische Offenheit des Gebäudes im Normalzustand erhalten bleibt.

Automatische Rauchschürzen mit Colt planen

Colt entwickelt Rauchschürzensysteme für Atrien, Laubengänge, Einkaufszentren und weitere offene Gebäudestrukturen. Abrolltiefe, Gewebe, Gehäuse, Auslösung und Einbindung in die Architektur werden auf das Brandschutzkonzept abgestimmt.

FAQ

Welche Aufgabe übernehmen die Rauchschürzen im Pandion Vista?

Die automatischen Rauchschürzen trennen im Brandfall die offenen Laubengänge vom zentralen Atrium. Sie begrenzen die Ausbreitung der aufsteigenden Rauchschicht und unterstützen die Kanalisierung von Rauch und Brandgasen. Dies ist besonders relevant, weil die Balkone in den Geschossen 13 bis 17 die einzigen Fluchtwege aus den dort liegenden Wohnungen bilden.

Wie funktionieren die Rauchschürzen bei einem Stromausfall?

Die SmokeMaster-SM-5-Systeme nutzen eine Gravity-Fail-Safe-Funktion. Nach der Auslösung bewegen sich die Schürzen durch ihr Eigengewicht in die Arbeitsposition. Für das Abrollen ist daher keine elektrische Antriebsenergie erforderlich. Das System kann seine vorgesehene Sicherheitsfunktion auch bei einem Ausfall der regulären Stromversorgung ausführen.

Wie schnell und wie weit rollen die Schürzen ab?

Die Rauchschürzen bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von 15 Zentimetern pro Sekunde nach unten. Ihre Abrolltiefe beträgt 1,41 Meter. Sie bilden damit eine Rauchbarriere im oberen Bereich der Öffnung zwischen Atrium und Laubengang. Angaben zu weiteren Arbeitspositionen oder unterschiedlichen Abrollhöhen enthält die Projektbeschreibung nicht.

Welche Temperaturbeanspruchung hält das Gewebe aus?

Das eingesetzte Glasfasergewebe besitzt laut Projektangaben die Klassifizierung D120. Es ist damit für eine Beanspruchung von 600 Grad Celsius über 120 Minuten ausgelegt. Eine wärmereflektierende Beschichtung aus Aluminiumpolymer ergänzt den textilen Aufbau. Die Klassifizierung beschreibt die Widerstandsfähigkeit der Rauchschürze unter den dafür festgelegten Prüfbedingungen.

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